Unverzichtbarer Bestandteil eines PDM-Systems: Versionskontrolle in jeder Konstruktionsphase

Laut Marktanalyse von CIMdata und dem British Standards Institute scheitern 47 Prozent der beantragten ISO Zertifizierungen wegen mangelhafter Dokumentenverwaltung. Zwischen drei und sieben Prozent des technischen Knowhows gehen jedes Jahr wegen falsch abgelegter Engineering-Dokumente verloren, und 20 Prozent der Entwicklungszeit wird für die Suche nach der richtigen Version einer Produktinformation verwendet.

Unter steigendem Konkurrenzdruck müssen Aufträge in immer schnelleren Durchlaufzeiten bei gleichzeitig immer stärker werdendem Zwang zur Zusammenarbeit fertiggestellt werden, um Entwicklungskosten zu minimieren. Diese unbestreitbare ökonomische Tatsache erfordert eine wasserdichte Kontrolle im Hinblick auf Entwurfsinformationen, insbesondere dann, wenn ein Mitarbeiter wegen Krankheit oder Urlaubs abwesend ist.

In zahlreichen Unternehmen werden Änderungen oder Kopien an mehreren Orten in losen Dateien gespeichert, sowohl in persönlichen als auch geteilten Strukturen. So kreieren Ingenieure neue Versionen, ohne dass alle Kollegen darüber informiert sind. Die Zeit, die für das Recherchieren nach der korrekten Version verloren geht, nimmt exponentiell zu, und ein Ingenieur fungiert letztlich mehr als Verwalter anstatt als Planer. Verschobene, überschriebene oder weggeworfene Dokumente bieten einen geeigneten Nährboden für ein schlechtes Betriebsklima mit Irritation und Frustration unter den Beteiligten und machen ein gut funktionierendes effizientes Verwaltungssystem unabdingbar.

Mit der rechtzeitigen Implementierung eines PDM-Systems kann das Risiko eines unstrukturierten, unübersichtlichen und dezentralen Informationsflusses vorausschauend vermieden werden. Der Konstrukteur ist dann nicht nur vor ärgerlichen Recherchearbeiten geschützt, die seine wertvolle Arbeitszeit beanspruchen, sondern läuft nicht noch Gefahr, eine falsche Version für die laufende Produktion zu verwenden – mit folgenschweren Schäden für das Budget und letztlich für das Image des Unternehmens.  
Mit der Versionskontrolle eines PDM-Systems hat der Konstrukteur die Möglichkeit, unterschiedliche Versionen zu verwalten und für bestimmte Teile und Baugruppen Verwendungsnachweise zu generieren. Dank einer Versionskontrolle erschließt sich ihm auch transparent, auf welche Produkte sich eine Änderung an einem bestimmten Teil auswirkt – was wiederum vor unliebsamen Modifikationen nicht nur dieses einen Teils, sondern kompletter Produktgruppen schützt, in die es verbaut wurde.  
Zur Rekonstruktion zeitlicher Änderungen am Produktmodell gesellen sich dank einer Versionskontrolle alle am Prozess beteiligten Mitarbeiter, einzelne Konstruktionsphasen und die jeweils angewandten Konstruktionsmethoden. Die lückenlose Information darüber, welcher Mitarbeiter welches Teil wann und wo verbaut hat, wird für die Erfüllung internationaler Qualitätsnormen im Sinne des Konfigurationsmanagements vorausgesetzt.

Vorteile eines Versionsverwaltungssystems:

  • Zentrale Ablage der Dokumente – kein Zeitverlust durch überflüssiges Suchen
  • Transparenz über die aktuellste Version
  • Involvierung mehrerer Mitarbeiter an einem Projekt
  • Vermeidung von Ausfallkosten durch Produktion einer korrekten Version
  • Positives Betriebsklima durch fehlerfreien Austausch mit Dritten

Die Implementierung eines PDM-Systems ist komplex, kostspielig und anfangs sehr zeitaufwändig. Doch genau dokumentierte und optimierte Designprozesse stehen im Einklang mit den Gesetzen des Concurrent Engineering, nach denen sich die Konstruktionszeit verkürzt, spätere produktionsinduzierte Änderungen vermieden werden und die Abstimmung von Entwicklung und Produktion transparent verläuft – mit deutlich messbaren Auswirkungen auf die Unternehmensbilanz.

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